Zwölf Kommunen gründen die Energiewende RheinEifel eG
Neue Genossenschaft treibt die regionale Energie- und Wärmewende voran.

Euskirchen, 14. April 2026 – Zwölf Kommunen aus dem Rhein-Sieg-Kreis, den Kreisen Euskirchen und Düren haben heute gemeinsam mit e-regio die Energiewende RheinEifel eG gegründet. Die neue Genossenschaft ist der bundesweit erste interkommunale Zusammenschluss, der die Energie- und Wärmewende langfristig koordiniert. Ziel ist es, Kräfte zu bündeln und Synergien zu nutzen, so dass eine effiziente und bezahlbare Wärmezukunft für eine ganze Region gestaltet wird. Die neue Organisation bietet dafür die gemeinsame, verlässliche Arbeitsplattform.
Energie- und Wärmewende über Gemeindegrenzen hinaus – Doppelarbeit vermeiden
Sacha Reichelt, Bürgermeister der Stadt Euskirchen und einer der Initiatoren, betonte anlässlich der heutigen Gründung im Rathaus der Kreisstadt: „Die Wärmewende macht nicht an Gemeindegrenzen halt. In der Genossenschaft konzentrieren wir unsere Expertise und entlasten die Verwaltungen – damit unsere Bürgerinnen und Bürgern auch in Zukunft in einer lebenswerten und nachhaltigen Region leben, die eine bezahlbare, sichere und klimaneutrale Energie- und Wärmeversorgung sicherstellt.“
Die Initiatoren, zu denen neben Reichelt auch Bornheims Bürgermeister Christian Mandt, ihre Amtskollegen aus Schleiden und Rheinbach, Ingo Pfennings und Dr. Daniel Phiesel, sowie e-regio gehören– sehen die Zusammenarbeit als logischen Schritt. Aus ihrer Sicht ist es wenig sinnvoll, dass jede Kommune für sich dieselben Überlegungen anstellt, obwohl alle vor der gleichen Herausforderung stehen: die gesetzlich vorgeschriebene Wärmeplanung nun in verlässliche Umsetzungsschritte zu überführen. Dafür vereint die Genossenschaft kommunale Erfahrungen und energiewirtschaftliche Expertise, reduziert Doppelarbeit und ermöglicht es den Mitgliedern, voneinander zu lernen.
Die Entscheidungen über konkrete Maßnahmen und Investitionen in die Infrastruktur verbleiben weiterhin bei den Kommunen oder den Energieunternehmen – die Genossenschaft versteht sich als koordinierende Stelle.
Kooperation mit regionalem Energieunternehmen
e-regio übernimmt als überwiegend kommunales Unternehmen auf Wunsch der beteiligten Städte und Gemeinden die operative Umsetzung. Dazu gehören die kaufmännische und technische Betriebsführung sowie die Ressourcen, Fachwissen und Expertise für die Ausarbeitungen. Die Genossenschaft hat bewusst kein eigenes Personal und keine eigene Infrastruktur – alle notwendigen Leistungen werden effizient über den Ressourcenpartner e-regio und die Mitglieder organisiert oder über einen Pool von Experten gemeinsam beschafft. Die Finanzierung ist über ein transparentes Umlagesystem sichergestellt.
Stefan Dott, e-regio Geschäftsführer erklärt: „Die Energiewende RheinEifel eG ist weit mehr als eine Kooperation. Sie kann zu einem Leuchtturmprojekt werden, das weit über die Region hinaus Strahlkraft entfaltet. Dass zum Start bereits zwölf Kommunen mitwirken, ist ein klares Zeichen für den gemeinsamen Gestaltungswillen. Die neue Genossenschaft ist der Motor, mit dem wir die Umsetzung einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Energiezukunft beschleunigen.“
Konkreter Nutzen für Kommunen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger
Die Energiewende RheinEifel nimmt ihren Betrieb ab sofort auf. Eine der ersten Maßnahmen, um passende Lösungen für die Region zu identifizieren, ist der Aufbau eines umfassenden digitalen Zwillings der Region, der Energiewendeplattform RheinEifel. Diese bildet Gebäude, Infrastrukturen, Potenziale und Szenarien ab und ermöglicht es, Entscheidungen auf aktuelle Daten zu stützen – von Förderanträgen über Projektbewertungen bis hin zur Priorisierung von Maßnahmen. So werden Synergien sichtbar – etwa bei Abwärmepotenzialen, Wärmenetzen oder der Entwicklung energetischer Konzepte. Auch der kontrollierte Einsatz von KI zur Prüfung der sinnvollsten Lösungen in der Region ist ein erklärtes Entwicklungsziel.
Die Genossenschaft etabliert darüber hinaus ein Monitoring, das den Fortschritt im Blick behält und zeitnah auf Änderungen reagiert, zum Beispiel bei Anpassung der(geo-)politischen Rahmenbedingungen. So schafft sie ein hohes Maß an Verlässlichkeit und Transparenz. Davon profitieren die Menschen und Unternehmen in der Region: Bürgerinnen und Bürger erhalten wirksame Orientierung und Informationen, und die Wirtschaft erhält verlässliche Signale für Investitionen und Standortentscheidungen.
Vorstände gewählt
Die Generalversammlung bestellte Christoph Becker, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Bornheim, und Manuel Thom, Leiter Energiewendekoordination bei e-regio, in den Vorstand. Beide übernehmen die Aufgabe ehrenamtlich und führen ab sofort die Geschäfte der Genossenschaft.
Sacha Reichelt wurde zum Bevollmächtigen der Generalversammlung gewählt, Ingo Pfennings zu seinem Vertreter.
Zu den Gründungsmitgliedern gehören:
im Rhein-Sieg-Kreis
- Stadt Bornheim
- Stadt Rheinbach
im Kreis Euskirchen
- Stadt Bad Münstereifel
- Gemeinde Blankenheim
- Gemeinde Dahlem
- Kreisstadt Euskirchen
- Gemeinde Hellenthal
- Gemeinde Kall
- Stadt Mechernich
- Gemeinde Nettersheim
- Stadt Schleiden
im Kreis Düren
- Gemeinde Vettweiß